Zuchtformen

Man unterscheidet hauptsächlich zwischen zwei Zuchtlinien:
Die sogenannte Showlinie (Englisch), ist kleiner, kompakter, muskulöser und kräftiger. Sie haben kürzere Beine, einen sehr ausgeprägten Stopp und einen breiten Kopf.

Die Arbeitslinie (American Field) ist größer, schlanker und hochbeiniger.
Labbies aus dieser Linie haben keinen ausgeprägten Stopp und eine etwas längere Nase.

Die Arbeitslinie oder Field-Trial Linie wird vornehmlich in Amerika gezüchtet.


Auch unsere Hündin gehört zur Arbeitslinie.
Uns gefällt hierbei besonders die schlanke und hochbeinige Körperform.


Der Labrador-Retriever

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, den früher
bereits vorhandenen sog. Dual Purpose Typ zu züchten, d.h. einen Labrador der
einerseits hervorragende Arbeitsleistungen erbringen kann und andererseits große Erfolge im Bereich Show verzeichnet. Dies ist kein einfaches - aber nicht unmögliches Unterfangen.
Grundlegend sind hier die ideale Auswahl verschiedener Blutlinien und Charaktäre.


In der häufig gezüchteten "Show-Linie" ist der Labrador ein kräftig gebauter, mittelgroßer Hund
mit breitem Kopf und deutlichem Stop.

Die Erscheinung eines Labrador aus einer Arbeitslinie weicht von der eines aus Showlinien
gezüchteten Labrador erheblich ab: Er ist leichter gebaut, hat weniger Brusttiefe ist meist im
Rücken länger und besitzt einen schmaleren Kopf mit oft langem Fang und wenig Stop.

Ein universal-rassetypisches Merkmal stellt die "Otterrute" dar:
sehr dick am Ansatz, sich allmählich zur Rutenspitze hin verjüngend, rundherum mit kurzem
dickem Fell bedeckt. Auch das stockhaarige Haarkleid zeigt ein für beide Linien dieser Rasse ein
typisches Erscheinungsbild: kurz, dicht, hart, nicht wellig, mit guter Unterwolle.

Der Labrador wird derzeit hauptsächlich in Farben schwarz, gelb und braun gezüchtet -
weitere Farben sind: charcoal, silber und rotbraun. In einem Wurf können verschiedene
Farben vorkomme
n.

Das Wesen

Der Labrador ist ein aktiver und arbeitsfreudiger Hund.
Er liebt Menschen, besonders Kinder. Untypisch sind ein ausgeprägter Wach- und Schutztrieb
sowie Schärfe. Der Labrador möchte seinem Besitzer gefallen. Die Engländer nennen diese
Eigenschaft "will to please". Diese Eigenschaft zeichnet einen Labrador aus und ist in der Regel
mit seinem sensiblen Wesen verbunden.


Die Ausbildung


Seine vielgepriesene Leichtführigkeit bedeutet nicht, dass er sich von selbst erzieht.
Der Tatsache, dass der Labrador zu einem großen kräftigen Hund heranwächst, sollte man von
Anfang an Rechnung tragen. Er ist psychisch belastbar, benötigt aber keine harte, sondern
eine kontinuierliche und sensitive Ausbildung. Unterstützung hierzu findet man auf den
zahlreichen Übungsplätzen und selbstverständlich bei Ihrem Züchter.


Die Rasse-Geschichte

Die Vorfahren des heutigen Labradors hatten ihren Ursprung nicht - wie vom Namen her vermutet
werden könnte - auf der gleichnamigen Halbinsel Kanadas, sondern in Neufundland. Es wird
angenommen, dass der St.-John´s-Hund sein Urahn ist. Die ersten wirklich gezielten Zuchtversuche
mit Nachkommen dieser St.-John´s-Hunde fanden in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts in
England und Schottland statt. Um 1899 soll in einem schwarzen Wurf erstmals ein gelber Welpe
geworfen worden sein. Gelbe Welpen galten zunächst als untypisch und wurden meist getötet.
In späteren Jahren fand sowohl der gelbe als auch der braune (chocolat) Labrador seine Liebhaber. In Deutschland wurde 1966 der erste Labradorwurf beim VDH eingetragen.


Zuchtziele - Gesundheit

Zuchtziel sollte immer ein gesunder, wesenssicherer und leistungsfähiger Hund sein.
Der Labrador ist in der Regel ein gesunder Hund. Wie aber bei den meisten Hunderassen gibt es auch bei ihm Erbkrankheiten. Man findet erbliche Erkrankungen des Bewegungsapparates
wie Hüftgelenksdysplasie (HD) und Osteochondrosis (OCD). Auch erbliche Augenkrankheiten
wie die Progessive Retina Atrophie (PRA) oder der Hereditäre Catarakt (HC) können vorkommen.

Verwendung

Der Labrador ist von Haus aus ein Jagd- bzw. Apportierhund.
In England wird er vorwiegend für Arbeiten nach dem Schuss, v. a. auf Flugwild, eingesetzt.
Der deutsche Jäger hat für ihn häufig vielfältigere Einsatzbereiche:
Er wird also z. B. auch für die Schweißarbeit bei den häufig anfallenen Totsuchen auf
Schalenwild eingesetzt - oder aber zum Buschieren. Dies ist eigentlich eine typische Arbeit vor
dem Schuss, die in England eher
von Spaniels erledigt würde. Als Jagdhund zeichnen den Labrador vor allem seine enorme
Wasserfreudigkeit, seine Führigkeit, seine gute Nase, seine Ausdauer und sein ausgeprägter
Apportiertrieb aus. So zeigt er sehr gute Leistungen als Blindenführhund. Auch als Rettungshund
bei Katastrophen wie Erdbeben,
als Lawinensuchhund und nicht zuletzt als Spürhund bei Polizei und Zoll findet er Verwendung.
Obwohl als "Gebrauchshund" gezüchtet, führt heute ein großer Teil der Labradore das Leben
eines
reinen Familienhundes. Tatsächlich besitzt er viele Eigenschaften, die ihn hierfür geradezu
prädestinieren. Trotzdem sollten Labradorbesitzer niemals vergessen, dass ihr Hund für ein aktives
Leben voller Aufgaben gezüchtet worden ist. Derjenige, der all dieses nicht möchte, trotzdem
aber einen Labrador kauft, sollte seinem Hund wenigstens während des täglichen Spazierganges einige, möglichst wechselnde Apportieraufgaben stellen.


Ein Labrador, der sein Dasein ausschließlich im Vorgarten fristet oder nur zu Prestige-
oder Dekorationszwecken angeschafft wurde, ist ein trauriger Labrador - und eben ein
armer Hund...


Anforderungen an den zukünftigen Labradorbesitzer


Der Labrador eignet sich für aktive Menschen die weite Spaziergänge bei jeglichem Wetter
nicht scheuen, die den Labrador als richtiges Familienmitglied ansehen und bereit sind,
die Zeit und Mühe zu investieren, die notwendig ist, um ihm ein rassegerechtes
Leben zu ermöglichen. Nur dann kann er all seine guten Eigenschaften zeigen.
Er eignet sich keinesfalls für ausschließliche Zwingerhaltung ohne jegliche Ansprache.
Natürlich kann er auch mal ein paar Stunden alleine bleiben. Am liebsten möchte er jedoch
mit seinen Bezugspersonen zusammen sein. Als Welpe und Junghund sollte der
Labrador wenig Treppen steigen müssen. Er gehört zu den Hunden, die schnell wachsen
und ein Gewicht erlangen, das sich bei zusätzlichen Belastungen schädigend auf die
noch nicht ausgereifte Knochen auswirkt.

mit freundlicher Unterstützung
Zucht " von Gutenthal " | Achim T. Lehmann | Mannheim-Seckenheim